William Morris (später Lord Nuffield) begann
mit
15 Jahren in einem Fahrradgeschäft zu arbeiten, um kurz danach,
mit einem Kapital von 4BP ein eigenes Geschäft am elterlichen
Grundstück in Oxford zu eröffnen. Nach einer kurzen reinen
Verkaufsphase von Fahrrädern, begann er bald aus selbst besorgten
Einzelteilen eigene Fahrräder zu erzeugen.
1904
gründete er The Oxford Garage und vermietete, reparierte und
verkaufte Autos.
1910 erfolgte eine Umbenennung auf The Morris Garage. William Morris
interessierte sich jedoch immer mehr für die Produktion eigener
Fahrzeuge und gründete daher im Jahre 1912 die WRM Motors in
Cowley
(1919 unbenannt auf Morris Motors). Der erste eigene Morris wurde
ähnlich
zu den ersten eigenen Fahrrädern aus Teilen verschiedener anderer
Fabrikate 1913 hergestellt - der 2-sitzige Bullnose Oxford. Von Beginn
an verfolgte Morris eine Niedrigpreispolitik bei seinen Fahrzeugen, was
ihm hohe Verkaufszahlen einbrachte und in den zwanziger-Jahren zum
grössten
Automobilhersteller in England machte. Dem Bullnose Oxford folgte der
sehr
preisgünstige Cowley, danach 1927 der Flatnose und ein Jahr
später
der Morris Minor.
Cecil Kimber begann 1921 in der Morris Garage als
Verkaufsleiter und wurde 1924 Direktor. Kimber spezialisierte sich auf
sportliche Modifizierungen von Morris-Serienmodellen durch
stärkere Motoren und spezielle
Fahrgestelle bzw. Aufbauten. Der erste so entstandene Wagen war der
Chummy, basierend auf dem kleinen Morris Cowley. Erst fast 18 Monate
später war der legendäre Old Number One fertiggestellt - der
erste Wagen unter dem Namen MG mit einem 13,9hp-Motor aus dem Morris
Oxford.
William Morris
unterstützte zu dieser Zeit Kimber´s Ambitionen und die MG
Produktion erlebte einen Höhenflug. Morris Garages
übersiedelte
1929 nach Abingdon und wurde unter dem Vorsitz von William Morris und
dem Direktor Cecil Kimber auf Morris Garage Car Company umgetauft.
Insbesondere
Kimber forcierte dabei immer mehr eine sportlichere Linie, um die
Fahrzeuge
der Marke MG eigenständiger gegenüber jenen der Morris Motors
zu machen.
William
Morris
jedoch verkaufte 1935, als im Zuge der Weltwirtschaftskrise die
Verkaufszahlen eingebrochen waren, die MG Car Company an Morris Motors.
MG´s kurze unabhängige Phase war beendet, die eigenen
Design- u. Rennabteilungen wurden geschlossen und MG war von nun an
immer Bestandteil grösserer Konzernorganisationen. Noch vor dem 2.
Weltkrieg wurde die Nuffield Organisation gegründet, der neben MG
und Morris auch Riley und Wolseley angehörten. 1952 wurde aus der
Nuffield Organisation die British Motor Corporation Limited zu der auch
Austin und Vanden Plas gehörten. 1966 kam es
in einem Zusammenschluss mit Jaguar/Daimler zur British Motor Holdings,
die zwei Jahre später von Leyland übernomen wurde und
zusammen
mit Triumph und Rover nunmehr die British Leyland Motor Corporation
(BLMC)
bildete.
Die
MG-Sportwagenproduktion war bis 1980 in Abingdon aufrecht, als BLMC die
Fabrik aufgrund grosser Absatzprobleme schloss und die Marke MG
zugunsten der noch einige Jahre weitergeführten Marke Triumph
einstellte. Der Verlauf der Firmengeschichte von MG mit allen
Kooperationen von der Gründung bis zur Gegenwart können Sie
in 2 Schaubildern nachverfolgen ( Stammbaum1
, Stammbaum2 ).
Es dauerte 12
Jahre, bis 1992 - abgesehen von sportlichen Ablegern einiger
BLMC-Limousinenmodelle unter dem Namen MG - wieder ein eigener
MG-Sportwagen gebaut wurde. War dieser zunächst noch ein
modernisierter und motorisch stark aufgewerteter Ableger des letzten
MG´s von 1980, so gab es 1995 mit dem MG F wieder einen
neu entwickelten Roadster der Morris Garages.
Am 16. April
2002 verlässt der 1,5 millionste MG das Laufband in Longbridge. Es
ist ein MG TF 160.